Die Krux mit der Ordnung

Lebensmittelverschwendung, essbare Müllberge, Ausbeutung der Natur, Wegwerfgesellschaft - solche und ähnliche Begriffe, die durch vielerorts durch die Medien kursieren, zeichnen leider ein trostloses Bild unserer heutigen Gesellschaft. Was man dagegen tun kann und was das Alles mit Ordnung im eigenen Haushalt zu tun hat?

Irgendwann zwischen der Generation unserer Großeltern und unserer heutigen Erwachsenengeneration muss es passiert sein: Ein immer sorgloserer Umgang mit den natürlichen Schätzen dieses Planeten griff um sich. Zuerst vielleicht langsam und schleichend, bis er an Tempo zulegte und irgendwann weit verbreitet war. Es galt als selbstverständlich, alles zu besitzen und zu haben - und man zeigte sich womöglich nicht einmal besonders erkenntlich für die wunderbare, Vielfalt, die einem da präsentiert wurde.

Wir sind der Meinung, dass Lebensmittel viel zu wertvoll sind, um verschwendet zu werden. Wir haben den festen Glauben, dass jeder Einzelne von uns seinen Beitrag leisten kann und muss, um die Gaben von Mutter Erde wertschätzend zu behandeln. Wir möchten nicht akzeptieren, dass es bereits zu spät ist, nein, wir sind der Ansicht, dass der richtige Zeitpunkt in unserer, immer noch Überflussgesellschaft genau jetzt gekommen ist, endlich das notwendige Umdenken einzuleiten. Weil es in unser aller Verantwortung liegt, wie es mit unserer Umwelt und der Menschheit weitergeht - und welchen Planeten wir unseren Kindern und Kindeskindern dereinst hinterlassen.

Einer der wesentlichen Gründe für eine unnötige Aufwendung von Ressourcen liegt vielfach im eigenen Küchenkasten begraben. Was das heißen soll? Viele von uns, da kann man sich persönlich fallweise gar nicht ausnehmen, neigen dazu, immens gerne einzukaufen. Manchmal womöglich mehr, als gerade überhaupt benötigt wird. So werden zu Hause kürzer oder länger haltbare Essereien gehortet, wobei der innere Schweinehund es einem sehr schwer bis unmöglich macht, das "first in-first out-Prinzip" durchgängig einzuhalten. So wird vielfach nicht das als Erstes konsumiert, was zuerst eingekauft wurde oder früher abläuft, sondern - innere Stimme, warum schweigst du nicht? - zu jenen Vorräten gegriffen, die einen gerade mehr anlachen, auf die größerer Gusto besteht oder die schlichtweg im heimischen Regal ganz vorne stehen. Es klingt komisch, aber es ist tatsächlich so, dass die Verschwendung von Lebensmitteln im eigenen, häuslichen Umfeld viel mit Ordnung und Aufräumen zu tun hat. Das hört der Mensch natürlich nicht besonders gerne. Denn die Fangemeinde, die freiwillig und freudig umfassende, ordnungschaffende Tätigkeiten in Angriff nimmt - umgangssprachlich als Ausmisten bekannt - ist unseres Wissens überschaubar bis enden wollend.

Somit sammelt sich in hinteren Ecken von Kühlschrank, Vorratsschrank oder Speis' ein beträchtlich Ausmaß an (einst) köstlichen Lebensmitteln an. Jedem von ihnen ist zu wünschen, dass sie so rechtzeitig vom menschlichen Auge entdeckt werden, dass ihre Verarbeitung noch möglich ist, bevor sie das Zeitliche segnen. Ergo: Ran ans Aufräumen.

Unsere 5 Lieblingstipps für mehr Ordnung im Vorratsschrank.

  1. Planen Sie wochenweise, was Sie kochen möchten. Notieren Sie dann, was Sie dazu benötigen. Bedenken Sie: Saisonales, Nahrhaftes und Wertvolles in Bio-Qualität hat Vorrang.
  2. Echte Frischeprodukte oder leicht Verderbliches kann natürlich öfter als ein Mal die Woche eingekauft werden. Heutzutage sind allerdings selbst Frischeprodukte wie Milch oder Butter recht lange haltbar.
  3. Gehen Sie niemals hungrig einkaufen - klingt banal, ist aber ein Mitgrund dafür, warum oft viel Ungeplantes auf dem Förderband landet.
  4. Nehmen Sie einen Einkaufskorb, Stoff- oder Papiertaschen sowie Behälter für Wurst oder frischen Aufschnitt mit - das spart unnötige Verpackungsmaterialien, Geld und Ressourcen.
  5. Überlegen Sie, was Sie in Zukunft selbst herstellen könnten: Kräuter im Töpfchen oder Garten ziehen? Gemüse wie Tomaten, Gurken oder Chilis im Hochbeet anbauen? Joghurt, Milch- oder Wasserkefir selbst ansetzen oder Brot backen?
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