Ursprünglich köstlich am Peloponnes

Wir lieben Griechenland. Kein Wunder, dass es uns im Laufe unseres Lebens schon unzählige Male dorthin verschlagen hat. Von Athen bis Thessaloniki, von Chalkidike bis Kreta, vom Ionischen Meer in die Ägäis, von den Kykladen zu den Sporaden.

Und letztens erst auf den Peloponnes. Eine Reise wie mit der Zeitmaschine. Zurück in die ... sagen wir späten 1970er Jahre. Denn so zentral das Gebiet im Geschehen des antiken Griechenlands war - man denke an Sparta & Co., so unglaublich idyllisch, verträumt, entlegen, ja, fast eingeschlafen ist der Teil von Hellas heute. Wir wurden jedenfalls vom ersten Moment, den unsere Füße den dortigen Boden betraten, das Gefühl nicht mehr los, in eine fast vergessene Zeit geraten zu sein.

Wie immer auf all unseren Touren entdeckten wir auch dort vor Ort unglaublich viele Köstlichkeiten, verkosteten einzigartige Spezialitäten und machten sagenhafte Lebensmittel ausfindig, die diesen Namen auch verdienen. Von deren herausragender Qualität, deren geradliniger Bodenständigkeit und deren unglaublichem Geschmack waren wir ehrlich begeistert. Und bei den niedrigen Preisen, die dafür meist verlangt werden, blieb uns fast die Spucke weg - wir wären bereit, dafür weit mehr hinzulegen, denn es wäre mehr als gerechtfertigt. Völlig unverfälscht und 100% pure Natur, wie eben von Gott vorgesehen.

Unsere persönlichen Highlights, was man am Peloponnes unbedingt probiert haben sollte:

Oliven & Olivenöl

Ja, die Gegend zwischen dem Flughafen Kalamata und den Traumstränden Lakoniens ist, vor allem in der heißen Jahreszeit, trocken und fast verdörrt. Eine sengende Hitze liegt über der Landschaft, die eine ungezähmte Wildheit ausstrahlt. Für Olivenölkenner- und liebhaberInnen ist sie aber ein Mekka - die so genannte Mani. Dort nämlich wachsen die geschmackvollsten, intensivsten, würzigsten und prallsten Oliven, die man sich nur vorstellen kann. Ab zu einem der Olivenbauern, in den nächsten Minimarket oder in die Taverne - da bekommt man sie nicht nur zum Probieren, sondern kann sich auch das eine oder andere Glas mit nach Hause nehmen.

Orangen

In der Mani lebte man seit jeher in Clans, denn ein Überleben in der rauen Gegend wäre alleine gar nicht anders möglich gewesen - so hart und vielfach unwirtlich ist die Natur hier für Mensch und Tier. Daher herrschten auch seit jeher andere Gesetze. Fern der sonstigen Zivilisation muss man sehen, wo man bleibt. Vor wenigen Jahrzehnten stand daher noch die Blutrache an der Tagesordnung. Verfallene Wehrtürme sind stille Zeugen einer nicht ewig zurückliegenden, weitaus brachialeren Vergangenheit, als wir sie uns heute vorstellen können. Und dazwischen thronen unbeirrbar, reich tragende Orangenbäume. Die Früchte selbst zeichnen sich durch eine unglaubliche Süße und Würze aus. Beißt man hinein, schmeckt man die glühende Sonne, eine dichte Tiefgründigkeit und erlebt eine unfassbare Erfrischung.

Paprika, Chili & Co.

Ohne sie wären so einige Gerichte, die man in der typischen Taverne am Peloponnes aufgetischt bekommt, nicht denkbar: der allgegenwärtige Choriatiki, also der griechische Bauernsalat, genauso wie die gegrillten Paprikaschoten mit Fetakäse oder der intensiv-würzige Tirokafteri, auch als scharfe Käsecreme bekannt. Und zwischen dem Flachland am Meer und dem Hügelland sind die besten Voraussetzungen für ein reiches Wachstum der mild-würzigen bis scharfen Gesellen. Übrigens ist die Chili aus dem Taygetos-Gebirge, das Lakonien von Messenien teilt, nicht zu unterschätzen: fruchtig, dezent süßlich, vielschichtig, würzig und plötzlich wuchtig scharf. Kann man getrocknet toll als kulinarisches Andenken mitnehmen.

Dunkle Feigen

Den Biss in unsere erste frische, dunkle Feige am Peloponnes werden wir wohl nie vergessen. Die hochreifen, köstlichen Früchte sind derart weich, saftig und dicht im Geschmack, das man nie wieder andere essen mag.

Diples

Sie verströmen einen betörenden Duft nach Zimt und Honig - die traditionsreichen Diples. Man findet sie quasi in jeder Bakery am Peloponnes, denn dieses griechische Gebäck aus der Mani darf bei besonderen Anlässen einfach nicht fehlen, etwa Hochzeiten, Namenstagen, bei Taufen und so weiter. Wir hatten das große Glück, die unvergleichliche Süßspeise als Willkommensgruß in unserem Mietshäuschen am Meer vorzufinden - ein riesiger Dank an Jenny und ihr Team. Dieses Genussmoment haben wir seither für immer in unserem Gedächtnis abgespeichert.

und vieles, vieles mehr....

Und hier ein kleiner Überblick, was wir uns sonst noch so schmecken ließen. Καλή όρεξη! Sprich: !Kali orexi!" oder "Guten Appetit!"

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